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Die parasternale lange Achse befindet sich auf der linken Seite des Brustbeins. Sie liefert Schnittebenen der langen Herzachse. Die Abbildung zeigt die Position des Schallkopfs, die Ausricht ung der Seitenmarkierung und die Schnittebene durch das Herz.

Parasternaler Längsschnitt

Parasternaler Längsschnitt (PLAX)

Position des Schallkopfs: Der Schallkopf wird am linken Brustrand platziert. Der Schallkopf darf nicht auf das Brustbein gelegt werden. Die Seitenmarkierung zeigt zur rechten Schulter des Patienten.

Optimale Bildqualität: normalerweise am Ende der Expiration.

Die folgende Abbildung zeigt das im parasternalen Längsschnitt erhaltene Ultraschallbild. Das Bild sollte im Interkostal raum gemacht werden, der die bestmögliche Bildqualität und die größte Dimension des linken
Ventrikel bietet sowie die in dieser Abbildung dargestellten Strukturen erkennen lässt.

Parasternaler Längsschnitt Anatomie

Parasternaler Längsschnitt Anatomie Quelle: Schematic illustration of heart: Patrick J. Lynch, CC BY 2.5.

  • RVFW = Right ventricular free wall;
  • RVOT = Right ventricular outflow tract;
  • RCC = right coronary cusp;
  • NCC = Non coronary cusp;
  • LA = left atrium;
  • LV = Left ventricle;
  • IL wall = inferolateral wall;
  • IVS = lnterventricular septum (anterior aspect);
  • AMVL = Anterior mitral valve leaflet;
  • PMVL = Posterior mitral valve leaflet; DAO = Descending aorta.

Im parasternalen Längsschnitt untersuchte Strukturen

Linksventrikulärer Ausflusstrakt

Der LVOT (für engl. left ventricular outflow tract) ist der Ausflusstrakt des linken Ventrikels (Abbildung). Der Durchmesser von LVOT wird am Ende der Systole gemessen.

Aortenklappe

Die Struktur und Funktion der Aortenklappe werden visuell beurteilt. Dazu gehören der right coronary cusp (RCC). der non-coronary cusp (NCC) und die Koaptation der Klappensegel. Das left coronary cusp (LCC) ist im
parasternalen Längsschnitt nicht sichtbar. Koaptation ist ein Begriff, der beschreibt, wie gut sich dieKlappensegel beim Schließen anordnen und die Klappe dicht verschließen.
Kalzifizierte Aortenklappen weisen unregelmäßige, dicke Segel mit hoher Echogenität auf.
Die Aortenklappeninsuffizienz kann durch Positionierung des Farbdopplers über dem LVOT und der Aortenklappe visualisiert werden. Die Aortenklappenstenose wird mittels Spektral-Doppler untersucht.
Der Durchmesser des Aortenannulus wird ebenfalls gemessen.

Aorta

Der proximale Anteil der Aorta ascendens ist in der parasternalen langen Achse sichtbar. Strukturen, die beurteilt werden sollten, sind der Sinus aortae, der sinotubuläre Übergang und die Aorta ascendens. Die Durchmesser variieren je nach Geschlecht, Alter und Körpergröße.

Ein Aortenaneurysma ist definiert als Dilatation der Aortenwurzel. Eine erweiterte Aortenwurzel bei einem Patienten mit starken Brustschmerzen sollte zum Verdacht einer Aortendissektion führen. Dissektionen
können von der Aortenwurzel stammen oder nach einem distaleren Auftreten zur Wurzel hin dissezieren.

Das Ultraschallbi ld kann einen intimal flap (lntimalappen) aufdecken, der aus der dissezierten Aortenintima (getrennt von der Aortenwand) besteht. Ein intimal flap trennt das Aortenlumen in ein wahres Lumen (in dem Blut fließt) und ein falsches Lumen (Hämatom). Farb- oder Spektral-Doppler zeigen typischerweise Strömungssignale im wahren Lumen, jedoch nicht im falschen Lumen. LVOT- und Aortendimensionen sind in Abbildung dargestellt.

LVOT Aortenklappen und Aorta ascendens

LVOT Aortenklappen und Aorta ascendens

  1. LVOT Durchmesser;
  2. Aortenannulus;
  3. Sinus aortae;
  4. Sinotubulärer Übergang;
  5. Aorta ascendens;
  6. Vorhof-Dimension.

Eine Aortendissektion mit Beteiligung der Aortenwurzel führt typischerweise zu einer Verbreiterung der Aortenwurzel.

Linker Vorhof

Die Größe des linken Vorhofs wird durch Messung des anteroposterioren Durchmessers geschätzt (Abbildung).

Linker Ventrikel

Die basalen und mitvent rikulären Anteile des Septums sowie die inferolaterale Wand werden im parasternalen Längsschnitt dargestellt (der Apex ist in der parasternalen langen Achse nicht sichtbar). Die
Wandbewegungen in diesen Regionen werden während der Systole beurteilt. Das gesamte Myokard sollte sich während der Systole verdicken und sich in Richtung der Kammerhöhle bewegen. Die Größe des
Ventrikels wird durch das Messen des Durchmessers beurteilt. Der Messschieber wird direkt unter den Mitralklappenspitzen angesetzt. Der Winkel des Messschiebers sollte senkrecht zur Längsachse des
Ventrikels sein (Abbildung 5). Der Durchmesser wird in der Endsystole und der Enddiastole gemessen. Der Vergleich des endsystolischen zum enddiastolischen Durchmessers liefert eine grobe Schätzung der
linksventrikulären Funktion (siehe Ejektionsfraktion).

Linksventrikulärer Durchmesser in parasternal langer Achse

Linksventrikulärer Durchmesser in parasternal langer Achse

Der Farbdoppler kann gelegentlich einen ventrikulären Septumdefekt (VSD) erkennen, indem er einen Blutfluss vom linken Ventrikel zum rechten Vent rikel sichtbar macht.

Die Mitralklappe

Die Mitral klappe hat ein anteriores und posteriores Segel. Jedes Klappensegel ist über die Chordae tendineae an einem Papillarmuskel befestigt. Die Anatomie der Mitralklappe ist in der Abbildung dargestellt.

Mitralklappe Anatomie

Mitralklappe Anatomie

Die visuelle Beurteilung der Segelmobilität, Koaptation und Integrität der Chordae tendineae und Papillarmuskeln erfolgt im 2D-Bild. Der Durchmesser der Mitralklappe (Mitralannulus) wird gemessen und
die Struktur der Segel beurteilt. Verkalkungen an der Mitralklappe kommen durchaus vor, wenn auch seltener als Verkalkungen an der Aortenklappe.
Der Farbdoppler ermöglicht die Beurteilung einer Mitralklappeninsuffizienz. Der Farbsektor sollte die Mitralklappe und die angrenzenden Teile der Vorhöfe und Ventrikel abdecken.

Rechtsventriklärer Einflusstrakt

Um das rechte Herz sichtbar zu machen, wird der Schallkopf geneigt, damit die Schnittebene das rechte Herz trifft. Das Verschieben des Schallkopfes in einen unteren Interkostal raum kann ebenfalls bessere Bilder
liefern. Hier liegt die einzige Schnittebene, die das hintere Segel der Trikuspidalklappe visualisieren kann.
Die Koaptation der Segel wird bewertet. Farbdoppler und pulsed-wave-Doppler werden zur Untersuchung der Trikuspidalklappe verwendet.